Krisen- und Konfliktbegleitung

Bilderleiste

News

Wenn Unternehmer ihre eigene Arbeit sabotieren 19.02.2013

Publiziert 22. August 2012 | Von Michaela Albrecht

Es passiert immer wieder: ein Unternehmer oder eine Unternehmerin kommt mit einem tollen Produkt oder einer sagenhaften Dienstleistung zu mir, und ich spüre die Freude, die diesem Produkt innewohnt. Wir ermitteln eine Zielperson, die zu dem Produkt passt, ich lausche dem Produkt, ich schaue auf den Unternehmer, und dann entwerfe ich ein Logo, eine Website oder einen Claim für das Produkt. Dem Unternehmer gefällt der Entwurf – aber nach einiger Zeit (Wochen oder Monate) will er irgendwas Seltsames hinzufügen, verändern oder entfernen. Sofort spüre ich, wie das Produkt grauer und trauriger wird. Es kommt mir vor wie ein Kind, dem zu seinem Geburtstag erst eine Party mit Zaubershow und Schatzsuche versprochen wurde, aber dann darf es aus irgendwelchen lahmen Gründen nur zwei  Freunde zu McDonald’s einladen.

„Dieser neue Entwurf fühlt sich stimmiger an.“Ja, das glaube ich sofort.  Manche Unternehmer schrauben ihr Produkt energetisch soweit herunter, bis es zu ihrer derzeitigen Schwingungsfrequenz passt. Und dann fühlt sich der kleingemachte Entwurf natürlich stimmig an, weil er zum Ist-Zustand passt.

Erfolg wollen und Erfolg aushalten können – das ist nicht dasselbe.Das Unbewusste ist deutlich mächtiger als das Bewusstsein. Und wenn wir von klein auf durch Familienstrukturen so geprägt sind, dass wir nicht mehr Erfolg haben dürfen als unsere Eltern, oder Großeltern oder wer auch immer, dann wird unser Unbewusstes dafür sorgen, dass wir uns daran halten. Wir glauben, dass wir Erfolg wollen, aber wenn wir an jemanden geraten, der uns dazu verhelfen will (wie z.B. ich), dann werden wir seine Arbeit sabotieren.

Beispiel: Eine spirituelle Lehrerin will auf ihrer Website auf einmal alle (!) Texte kursiv (!) und zentriert (!) gesetzt haben, weil das der Heiligen Geometrie entspreche.

Beispiel:Eine Unternehmerin will ihrer Website einen (farblich total unpassenden) grünen Streifen hinzufügen, weil eine erfolgreiche Mitbewerberin auch einen hat.

Beispiel:Eine Kundin, die ein CMS für ein sehr exklusives Produkt bekommen hat, baut in vielen Stunden selbst einen neuen Website-Entwurf, durch den das Produkt deutlich kramiger aussieht.

Beispiel:Eine Kundin, der ich ein Logo und eine Website für wundervolle Filzdecken entwickelt habe, benutzt das Logo nicht mehr und hat im Baukastensystem selbst eine neue Website gebaut, die auf Grau basiert und wo die Filzdecken kaum zur Geltung kommen.

Beispiel:Ein Kunde baut auf der Website, die ich ihm gebaut habe, ein neues Navigationsdesign ein, wodurch die Seite unseriös und flach aussieht.

Wie wird die Sabotage begründet?Ich sprach ja oben schon von lahmen Gründen, und genau so sind die Gründe: lau und nicht nachvollziehbar.
Allan Snyder, ein Hirnforscher aus Australien vertritt die Auffassung, unser Verstand sei nur die PR-Abteilung für das Unbewusste, denn er liefere nur die Begründung für eine Entscheidung, die das Unbewusste völlig allein getroffen habe. Im Falle von sich selbst sabotierenden Unternehmern sagt diese PR-Abteilung Sätze wie:
„Wir wollten einfach größere Fotos haben, und das Hintergrundbild gefiel uns nicht mehr.“ (Dabei waren die vorigen Fotos groß genug, und das Hintergrundbild war fantastisch.)
„Der Erzengel Michael wollte, dass ich einen blauen Streifen einfüge.“ (Seit wann verstehen Erzengel was von Webdesign?)
„Ich glaube, meine Kundinnen sind doch nicht so spirituell.“ (Und das, nachdem wir zuvor die zutiefst spirituelle Kundin selbst als Zielperson verwendet haben.)
„Ich will mich einfach nicht in den Vordergrund schieben.“ (Im Hintergrund sieht man Sie aber nicht!)

Meine Intuition funktioniert bei Kunden ziemlich zuverlässig, daher kann ich fühlen, ob ein „Verbesserungsvorschlag“ ein Akt der Selbstsabotage ist oder nicht. Ich weiß es einfach. Und es hat nichts damit zu tun, dass meine tolle Design-Idee nicht angenommen wurde. Denn meine Design-Idee soll ja nicht in erster Linie meinem kreativen Selbstausdruck dienen (dafür habe ich meine eigene Website, oder ich könnte malen, nähen, Blumengestecke basteln etc.), sondern sie ist eine Auftragsarbeit und soll den Kunden unterstützen.Ich habe Erfolg, wenn der Kunde erfolgreich ist. Und daher stelle ich mich vollkommen in den Dienst des Kunden und seines Produktes.

„Jeder, der die ihm zugewiesenen einzigartigen Qualitäten nicht zur vollen Blüte erweckt, versündigt sich an Gott und seinen größten Gaben.“

Louise Nevelson, amerik. Bildhauerin

Wenn das Produkt ein großes Potenzial hat, braucht es eine entsprechende „Bühne“. Siewürden einen wichtigen Gast nicht in der Besenkammer schlafen lassen, sondern ihm vielleicht sogar Ihr eigenes Bett anbieten, weil Sie ihn so sehr wertschätzen.

Ihr Produkt ist ein Geschenk für die Welt – machen Sie es nicht klein. Das hat Ihr Produkt nicht verdient. Und wenn Sie selbst noch nicht spüren, wie groß das Potenzial Ihres Produktes ist – ich kann es fühlen. Und ich werde einen Weg finden, Sie und Ihr Produkt so darzustellen, dass die Größe des Produktes sichtbar wird, ohne dass Sie selbst zu sehr zu schlottern anfangen.